Arburg auf der Chinaplas 2020: Digitalisierung, Circular Economy, Effizienz

Flexible Turnkey-Anlage fertigt Spritzteile „on demand“

Als „smartes“ Exponat produziert eine kompakte Turnkey-Anlage rund um einen vertikalen Allrounder 375 V von Schuss zu Schuss flexibel verschiedene Varianten elastischer Spannseile „on demand“ – dank eines cleveren Produkt- und Werkzeugdesigns und Industrie-4.0-Bausteinen ganz ohne Umrüsten. Die Kundenwünsche werden online in den laufenden Spritzgießprozess eingebunden. Die Besucher können zwischen drei verschieden langen Spannseilen in drei Farben sowie zwischen drei Endstück-Kombinationen wählen und die gewünschte Variante direkt an einem Terminal eingeben. Nach Übertragung des Auftrags an die zentrale Selogica-Steuerung, wird das Spannseil auf die gewählte Länge geschnitten und von einem platzsparend innerhalb der Maschinen-Aufstellfläche angeordneten Sechs-Achs-Roboter gehandhabt. Er platziert die Seil-Enden im 4-fach-Werkzeug, wo in einer Zykluszeit von rund 40 Sekunden die Kombinationen Haken/Haken, Haken/Öse oder Öse/Öse angespritzt werden. In der industriellen Praxis ist ein Anwendungsfeld für eine solche Anlage z. B. die Kabel-konfektionierung in der Automobilindustrie.

FDC-Verfahren für innovativen Leichtbau

Zum Programm „arburgGREENworld“ ist eine ressourcen-schonende Leichtbau-Anwendung zu sehen: Das Beispiel des Faser-Direct-Compoundierens (FDC) zeigt, wie Kunststoff gegebenenfalls Metall ersetzen kann. Das Bauteil wird bei diesem innovativen Leichtbau-Spritzgießverfahren mit Endlosfasern verstärkt, indem Glasfaserrovings über eine Seitenbeschickung zugeschnitten und direkt der flüssigen Schmelze zugeführt werden. Vorteile sind die hohe Verfügbarkeit der Materialien und eine Kostenreduktion von bis zu 40 Prozent. Faserlänge, Faseranteil und Materialkombination lassen sich individuell und sehr flexibel einstellen und damit die Bauteileigenschaften gezielt beeinflussen.

Das Exponat, ein hydraulischer Allrounder 820 S mit 4.000 kN Schließkraft, produziert langglasfaserverstärkte Trägerplatten aus PP für die Sitzverstellung im Pkw-Innenraum. Die Zykluszeit beträgt rund 60 Sekunden, das Spritzteilgewicht 250 Gramm. Über eine in die Automation integrierte Gewichtskontrolle wird die Konstanz des Schussgewichts, und damit auch des Fasergehalts, dargestellt und das Messergebnis in der Steuerung als Prozessparameter kontrolliert. Ein lineares Robot-System Multilift Select legt die Fertigteile auf ein Förderband ab.

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Auf einem hydraulischen Allrounder 820 S präsentiert Arburg das Leichtbauverfahren Faser-Direct-Compoundieren (FDC).

Hochleistungsmaschine für die Verpackungsindustrie

Wie sich Massenartikel für die Verpackungsindustrie besonders produktionseffizient fertigen lassen, wird am Beispiel eines hybriden Allrounders 820 H im Clamp-Design und in spezieller Packaging-Ausführung demonstriert. Die Hochleistungs-maschine verfügt über 3.700 kN Schließkraft, einer Spritzeinheit der Größe 2100 und das Optionspaket „Dünnwandartikel“. Sie zeichnet sich durch hohe Dynamik, Reproduzierbarkeit und Einspritzgeschwin¬digkeiten von bis zu 500 Millimetern in der Sekunde aus. „Ready for digitalisation“ ist die Maschine durch die vier Assistenzpakete, mit denen alle Allrounder im Clamp-Design und mit Gestica-Steuerung standardmäßig ausgestattet sind. Das Exponat fertigt in einer Zykluszeit von rund vier Sekunden vier dünnwandige IML-Behälter aus PP mit je 500 Millilitern Fassungsvermögen. Das entspricht einer Ausbringungsmenge von rund 3.900 Stück pro Stunde. Das IML-System der schweizerischen Firma Müller legt die Labels ein, entnimmt die fertigen Behälter und stapelt sie auf einem Förderband.

Additive Fertigung

Auf der Chinaplas präsentiert Arburg auch das Arburg Kunststoff-Freiformen (AKF) und sein Produktportfolio für die industrielle additive Fertigung. Zu sehen sind ein Freeformer 200-3X mit zwei sowie ein großer Freeformer 300-3X mit drei Austragseinheiten. Beide Exponate verarbeiten „live“ Original-Kunststoffgranulate zu Funktionsbauteilen. Zudem können die Besucher ein breites Bauteilspektrum in Augenschein nehmen und an einer interaktiven Station die Qualität ausgewählter AKF-Bauteile selbst testen.



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