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Marktplatz für die gesamte Wertschöpfungskette

Das Vorbild sind B2C-Marktplätze wie Amazon oder Google. Anstelle von physischen Assets und den damit verbundenen Wertschöpfungsaktivitäten setzen diese Unternehmen auf die Vermittlung zwischen Angebot und Nachfrage und vernetzen die Marktteilnehmer mithilfe digitaler Technologien. Um neue Dienstleistungen zu generieren, führen die Plattformen eine Vielzahl an Daten zusammen. Die Kapazität zur Datenverarbeitung und -analyse bildet die Grundlage, die Kundenbedürfnisse noch besser und gezielter zu bedienen.

Dieser Trend dringt ins B2B-Segment durch, und auch dort etabliert sich der Begriff Marktplatz. In Zukunft werden sich Marktteilnehmer mit gleichen, ähnlichen und sich ergänzenden Wertströmen auf Marktplätzen austauschen, dort ihre Produkte und Technologien anbieten und in dieses Netzwerk sowohl ihre Lieferanten als auch Kunden einbeziehen. Der Kunststoffverarbeiter, der eine Vielzahl an Systemen von ganz unterschiedlichen Anbietern einsetzt, findet dort zentral alle relevanten Informationen und kann die angebotenen Anwendungen - so genannte Apps - besonders effizient nutzen. "Durch die horizontale Vernetzung wird die Basis für neue Geschäftsmodelle gelegt, die unsere bestehenden ergänzen und unseren Kunden einen Mehrwert bieten können", sagt Engleder.

Einen derartigen branchespezifischen Marktplatz für die Industrie bietet zum Beispiel Adamos an. Es handelt sich um eine herstellerneutrale, offene Plattform, die gezielt für die Bedürfnisse des Maschinenbaus und seiner Kunden entwickelt wurde, und an der sich auch Engel beteiligt.

Pilotfabrik geht an den Start

Die Kunststoffindustrie in Österreich ist traditionell innovationsstark und sie zählt auch beim Thema digitale Transformation zu den Vorreitern. So ist es kein Zufall, dass an der Johannes Kepler Universität in Linz eine Pilotfabrik für die interdisziplinäre, plattformbasierte Zusammenarbeit entsteht. Im nächsten Jahr wird die LIT Factory, an der sich neben Engel unter anderem die Unternehmen Borealis, Covestro, Erema, FACC, Greiner, Leistriz, Motan und Siemens beteiligen, ihren Betrieb aufnehmen.

"Die LIT Factory erlaubt es, die neuen Möglichkeiten praxisnah zu testen, gemeinsam mit unseren Partnern Erfahrungen zu sammeln, die Herausforderungen der horizontalen Vernetzung weiter zu erforschen und neue Lösungen zu entwickeln", so Engleder. Eine bereits bekannte Herausforderung ist die durchgehende Konnektivität, denn nicht alle Teilnehmer der Wertschöpfungskette sind zueinander kompatibel. "Ein gemeinsamer Marktplatz wird die Entwicklung von Standards beschleunigen", sagt Engleder. "Langfristig erwarten wird, dass sich auch verschiedene Marktplätze miteinander vernetzen und den Teilnehmern den Austausch von Daten ermöglichen."

Von der Rohstofferzeugung bis zum Recycling nicht mehr benötigter Kunststoffprodukte umfasst die Plattform der LIT Factory die gesamte Wertschöpfungskette. Damit trägt die horizontale Vernetzung dazu bei, weitere brennende Zukunftsthemen voranzutreiben. Ein Beispiel ist das Schließen von Wertstoffströmen. Die Circular Economy setzt eine noch engere Zusammenarbeit der Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette voraus, die sich auf einem Marktplatz besonders einfach und effizient gestalten lässt.

Quelle: Engel




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