Können Plastik-Straßen das touristische Paradies retten?

Die Mischung von Asphalt und Plastik bewirbt man als einen billigeren und dabei widerstandsfähigeren Straßenbelag im Vergleich zu dem standardmäßigen Asphaltbelag. Dies stellt also eine alternative Nutzung von Kunststoffabfällen dar, die normalerweise entweder auf Müllkippen oder in den bereits sehr stark verschmutzten Flüssen gelandet wären.

Indonesische Wissenschaftler reisten daraufhin nach Indien, wo schon seit längerer Zeit "Plastik-Straßen" mit Erfolg gebaut werden. Bei dieser Gelegenheit muss man noch einräumen, dass es eigentlich keine neue Idee ist, Straßen aus Kunststoff herzustellen. Solch ein Prozess wurde am Anfang des XXI. Jh. in Indien erfunden, wo bis heute mehr als 25 000 km von "Plastik-Straßen" gebaut wurden (davon 21 000 km im südlichen Teil von Indien, im Bundesstaat Tamil Nadu). Derjenige, der die indischen Straßen mit Kunststoffabfall bedeckt hat, ist Rajagopalan Vasudevan, Chemiker von der Thiagarajar College of Engineering. Die von ihm ausgearbeitete Methode zur Nutzung von Kunststoffabfällen bei der Herstellung von Straßenbelag wurde 2006 patentiert.

Die ersten Experimente, in denen Asphalt mit Polymeren modifiziert wurde, fanden bereits in den 70-er Jahren statt, damals wurden jedoch noch keine Kunststoffabfälle benutzt; bei den ersten Versuchen basierte man vor allem auf originalem SBS (Copolymer Styrol-Butadien-Styrol) und synthetischem Kautschuk. In den 90-er Jahren begann man mit hochqualitativen Kunststoffabfällen, die vom Recycling stammten, zu experimentieren.

Das indonesische Projekt wird dank den vereinten Anstrengungen vom Meeresministerium und vom Minister für öffentliche Arbeiten und Wohnungswesen vorangetrieben. Laut Safri Burhannudin, dem stellvertretenden Meeresminister, arbeiten beide Institutionen mit dem Indonesischen Verband für Kunststoffabfallverarbeitung (ADUPI) zusammen; diese Zusammenarbeit hat zum Ziel das Einsammeln und Sortieren von Kunststoffabfällen in den 16 größten indonesischen Städten.

"Wir hoffen, dass der Gebrauch von Kunststoffabfällen bei der Produktion von Straßen die richtige Lösung des Abfallproblems in Indonesien ist", erklärte Burhanuddin in einer Pressemitteilung.

"Um einen Kilometer einer sieben Meter breiten Straße zu bauen, braucht man von 2,5 bis 5 Tonnen von Kunststoffabfällen. Man kann es sich daher vorstellen, dass die Ergebnisse dieses Projekts in ganz Indonesien eingeführt werden, wo wir noch Tausende Kilometer von Straßen haben", äußerte sich Danis Hidayat Sumadilaga, Chef der Agentur für Forschung und Entwicklung im Ministerium für öffentliche Arbeiten.

Schätzungen nach wird 2019 die Menge der Kunststoffabfälle in Indonesien auf 9,5 Mil. Tonnen ansteigen, was ungefähr 14% aller in Indonesien produzierten Abfälle ergeben wird. Wenn wir annehmen, dass zum Bau eines Kilometers der "Plastik-Straße" von 2,5 bis 5,5 Tonnen von Kunststoffabfällen benötigt werden, könnten davon etwa 190.000 Kilometer von Straßenbelag produziert werden. Darüber hinaus, so behauptet Sumadilaga, soll der auf diese Weise produzierte Straßenbelag ein besseres Material sein als standardmäßiger Asphalt.

Der erste Versuch wurde am 29. Juli 2017 auf Bali durchgeführt. Auf dem Gebiet der Udayan Universität wurde dementsprechend eine 700 Meter lange Straßenstrecke aus der Mischung von Kunststoff und Asphalt verlegt. Nachdem erfolgreichen Erstversuch teilte die indonesische Regierung mit, dass die Materialmischung beim Straßenbau in Djakarta und in anderen indonesischen Städten Anwendung finden wird.

Universitas Udayana

Foto: Universitas Udayana